Anton Sokolovs Tagebuch: Ich male wieder

Dishonored 2

Meine Gedanken springen hin und her. Ich bin den Launen meines alternden Geistes ausgeliefert. Ich rieche eine Orange und das löst eine Erinnerung aus! Ich bin plötzlich wieder ein Schuljunge und muss unter den Quälereien von Frau Professor Olliphant leiden! Ihre schrecklichen Perücken und der Geruch nach alter Wolle. Die Wolle erinnert mich an meine Anzüge, die ich nach Maß anfertigen ließ. Die Anzüge erinnern mich daran, dass ich ein Mann von Position war. Und dann denke ich an meine eigenen Grausamkeiten, die schrecklichen Dinge, die ich im Namen der Wissenschaft, des Fortschritts und des Gewinns begangen habe. Und dann überkommen mich Schuldgefühle und Reue. Und plötzlich bin ich hungrig oder denke über mein Knie oder über ein Nickerchen nach.

Und wenn ich meine Gedanken durch eine Tätigkeit beruhigen möchte - wie das Malen, so wie heute - bringt das kaum etwas. Wie seltsam: Wenn ich mich in Ruhe dem Malen widme, scheinen meine Augen nicht mehr so scharf wie früher zu sein und meine Hände zittern. Der Geruch der Farben sticht in der Nase und verwirrt meine Gedanken. Haben sie schon immer so gestunken?

Trotzdem habe ich ein Gemälde auf Leinwand begonnen. Es hat aber noch keinen Namen.

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