Er hatte nie gelernt, zu lieben, nur zu fürchten. Liebe war ein Phantom; die Berührung einer sanften Hand an seiner Wange hatte schon lange ihre Wärme verloren. Aber seine Wunden wurden jeden Tag aufs Neue aufgerissen. Er hatte nichts als die weiße Ratte, die selbst dann bei ihm geblieben war, als die restliche Welt ihn verlassen hatte.
Jene, die ihn verletzt hatten, kamen in Sicht. Der Junge ballte die Hände zu Fäusten und seine Nägel schnitten ihm in die Handflächen. Das Zeichen des Outsiders versengte seine Haut, als er seine Magie beschwor.
Aus dem schwarzen Rauch erhoben sich Ratten, wanden sich und quietschten in ihrer Raserei. Hunderte von Augen, Dutzende Nasen und unzählige Zahnreihen - es war, als habe sich die Dunkelheit aus dem Herzen des Jungen mit Zähnen und Hauern einen Weg ins Freie gebahnt.
Was zuvor matt war, explodierte nun in einem Spiel der Farben. Rotes Blut spritzte und bald darauf das Blau und Violett von Eingeweiden und gelbes Fett. Kaltes, hartes Weiß ihrer Knochen, als sich das Ungeziefer in seine Opfer verbiss. Schreie erstarben zu röchelndem Flehen und verstummten schließlich ganz.
Seine Peiniger lagen über die schmutzigen Pflastersteine verstreut. Zwei Ratten stritten sich um ein blutiges Stück Fleisch. Der Junge streckte die Hand aus, um eine von ihnen zu streicheln - und die Kreatur schoss herum und versenkte ihr grinsendes Gebiss in seiner Hand.