Fassung 1
Liebe Mama,
das mit der Arbeit im Bergwerk war doch nich so ’ne gute Idee. Zuerst hab ich mich mit ’n paar Kerlen eingelassen, die ’nen besseren Plan hatten. Hat aber nur für Ale und Kartenspiele und so gereicht. Danach wollt ich mein Glück doch im Bergwerk versuchen. Aber die Aufseher ham meine Kumpels hochgenommen und jetzt hab ich Angst, mich blicken zu lassen.
Ham schon fast alle Häuser hier durchsucht und kommen bald zu meinem. Dürfen meine Tätowierungen und so nich sehen. Aufseher ham auch was gegen Knochenartefakte, so viel is sicher. Also pack ich mein Sack und hau aus der Stadt ab, sobalds geht.
Hab dich lieb,
- Santos
Fassung 2
Liebster,
ich weiß noch nicht, wann ich dich treffen kann. Ich kann den Laden nicht schließen oder meinen Bruder alleine lassen. Einen Schwarzmarktladen zu führen ist genauso kompliziert wie befürchtet.
Die Kämpfe im Bezirk hören einfach nicht auf. Tag und Nacht hören wir die Schüsse der Aufseher und die jaulenden Bolzen der Heuler. Wir bleiben im Haus und hoffen, dass es bald ein Ende hat.
Wenn ich traurig bin, sehe ich mir die Silbergraphie unser Hochzeit an. Von unserem besonderen Tag. Zum Jahrestag habe ich eine Überraschung für dich und ich weiß nicht, ob ich warten kann, um sie dir zu geben.
Pass auf dich auf, mein Herz. Ich liebe dich.
- Martha