Verlorenes Tagebuch eines Studenten

Dishonored 2

Nachdem ich das Schreiben für meine Aufnahme an der Akademie für Naturphilosophie erhalten hatte, stand ich auf den Stufen des Ladens meines Vaters, den Brief in meinen zitternden Händen haltend. Meine Augen flogen über die elegant geschriebenen Zeilen. Mein Daumen strich über das Wachssiegel der geschätzten Einrichtung. Der Gedanke, viele Jahre unter den größten Denkern der Inseln zu verbringen, war überwältigend.

Ich verabschiedete mich von meiner Familie in Karnaca, reiste für eine Woche nach Cullero, wo ich Zeit mit meinen Cousins und Cousinen verbrachte, und ging dann weiter nach Dunwall. Mein Stolz und ihr Lob trugen mich vorwärts. Mitte des Monats der Dunkelheit kam ich mit einem richtig guten Gefühl zur Akademie.

Ich träumte davon, in die Tiefen des Wissens einzutauchen, doch als Student im ersten Jahr erforsche ich lediglich die Tiefen der Nachttöpfe. Schichten von Hierarchie drücken mich nach unten, sodass ich mich wie ein kleiner Wurm fühle, der sich mitten in einer riesigen Kathedrale windet. Ich koche und putze für die älteren Studenten und Lehrer und stopfe auch deren Kleidung. Die Hälfte der Nächte verbringe ich über dampfenden Wäschezubern statt über dicken Wälzern, wie ich es erwartet hätte.

Wie naiv ich war, zu denken, dass ich mich mit den aufkeimenden Theorien unserer Zeit beschäftigen könnte oder diese sogar fortführen könnte. Stattdessen bin ich lediglich eine neue Arbeitskraft, der Befehle erteilt werden und die kistenweise Kartoffeln aus Morley schält. Mutter! Vater! Das Buttern ist für mich kein Buch mit sieben Siegeln mehr. Soll ich meinen Geist wirklich hierfür nutzen?